Das Modul befähigt Studierende, agentische Systeme zu verstehen, zu implementieren und kritisch zu bewerten – sowohl im Kontext autonomer physischer Systeme als auch für softwarebasierte, generative Agenten. Die Studierenden entwickeln ein integriertes Verständnis agentischer Systeme und sind in der Lage, autonome Entscheidungsmechanismen von der formalen Modellierung bis zur praktischen Implementierung moderner KI-Agenten umzusetzen.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in mechatronischen Systemen – etwa in autonomen Maschinen, robotischen Assistenzsystemen oder datengetriebener Zustandsüberwachung – stellt hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit. Neben einer hohen Vorhersagegenauigkeit müssen solche Systeme transparent, robust und vertrauenswürdig sein, insbesondere in sicherheitskritischen oder regulierten Anwendungsfeldern.
Dieses Modul vermittelt die methodischen Grundlagen zur Entwicklung und Bewertung vertrauenswürdiger KI-Systeme entlang des gesamten Lebenszyklus eines Machine-Learning-Modells. Beginnend mit MLOps-Konzepten wie Reproduzierbarkeit, statistische Fehleranalyse (Std.-Abweichung/Kreuzvalidierung), Deployment, Monitoring und Wartung lernen die Studierenden, wie ML-Modelle zuverlässig in reale technische Systeme integriert und betrieben werden. Darauf aufbauend werden Methoden der Interpretierbarkeit und Erklärbarkeit (XAI) eingeführt, die es erlauben, Modellentscheidungen zu analysieren, zu visualisieren und kritisch zu hinterfragen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Quantifizierung von Unsicherheit in KI-Systemen. Die Studierenden lernen, zwischen verschiedenen Formen von Unsicherheit zu unterscheiden und moderne Bayes’sche und approximative Verfahren anzuwenden, um Risiken in datengetriebenen Entscheidungen sichtbar zu machen. Ein kurzer Deep Dive in Multi-Layer-Perzeptrons und Transformer-Modelle macht nachvollziehbar, wie diese Architekturen Fakten repräsentieren und Informationen transformieren – und so GPTs ermöglichen, gute Texte zu erzeugen. Durch die Kombination von MLOps, XAI und Uncertainty entsteht ein ganzheitliches Verständnis dafür, wie KI-Systeme in mechatronischen Anwendungen verlässlich, nachvollziehbar und verantwortungsvoll gestaltet werden können.
Der Kurs «Industrial AI Projekt» bildet den integrativen Abschluss der AI- und Data-Science-Ausbildung im Bachelorstudiengang Mechatronik. Ziel des Moduls ist es, das beherrschte Anwenden der in den vorangegangenen Modulen erworbenen Methoden, Konzepte und Werkzeuge in einem realitätsnahen industriellen Kontext unter Beweis zu stellen. Im Zentrum steht die projektbasierte Arbeit an einer komplexen, offenen Problemstellung aus dem Bereich Industrial AI. Die Studierenden bearbeiten das Projekt in Zweier-Teams und durchlaufen dabei den vollständigen Entwicklungszyklus eines KI-Systems – von der Problemdefinition über Modellierung, Training und Evaluation bis hin zu Deployment, Dokumentation und Präsentation. Besonderer Wert wird auf Robustheit, Nachvollziehbarkeit und industrielle Umsetzbarkeit gelegt.
Das Modul findet im Frühlingssemester statt.
Abgabe von 2 Testaten im Kurs Agentic Systems
Die Modulschlussprüfung findet in einem Teil statt. Der Teil umfasst den Kurs Agentic Computing, ist mündlich und dauert 30 Minuten.
Im Kurs Agentic Computing finden zwei Testate statt.
In den beiden Kursen Trustworthy AI und Industrial AI-Projekt wird je eine Projektarbeit bewertet.
Es findet eine Modulschlussprüfung im Kurs Agentic Computing (Gewicht 50%) statt.
Während dem Semester finden im Kurs Agentic Computing finden zwei Testate statt. In den beiden Kursen Trustworthy AI und Industrial AI-Projekt wird je eine Projektarbeit (Gewicht je 25%) bewertet.
Agentische Systeme bilden die Grundlage moderner autonomer Technologien in Robotik, künstlicher Intelligenz und softwarebasierten Assistenzsystemen. Sie beschreiben Systeme, die ihre Umwelt wahrnehmen, Entscheidungen treffen und zielgerichtet handeln, um langfristige Ziele zu erreichen. Dieses Modul vermittelt einen durchgängigen methodischen Rahmen vom klassischen Reinforcement Learning bis hin zu modernen generativen und LLM-basierten Agenten.
Ausgehend von der formalen Beschreibung agentischer Entscheidungsprozesse mittels Markov-Entscheidungsprozessen (MDPs) lernen die Studierenden zunächst tabellarische und wertbasierte Verfahren kennen. Darauf aufbauend werden Deep-Reinforcement-Learning-Methoden für hochdimensionale Zustands- und Aktionsräume eingeführt, wie sie insbesondere in der Robotik und kontinuierlichen Regelung auftreten. Moderne Algorithmen wie DQN, Actor-Critic, SAC und PPO (GRPO) werden sowohl theoretisch fundiert als auch praktisch umgesetzt.
In einem zweiten Schwerpunkt erweitert das Modul den Begriff des Agenten auf sprachbasierte, generative Agenten, die auf Large Language Models (LLMs) basieren. Konzepte wie Reasoning, Tool-Use, State-Management, Multi-Agent-Koordination und MCPs werden eingeführt und mit aktuellen Frameworks praktisch umgesetzt. Dadurch entsteht eine konzeptionelle Brücke zwischen klassischem RL, Entscheidungsfindung und modernen agentischen KI-Systemen. Weiterhin werden die Grenzen sowie die rechtlichen und sicherheitstechnischen Aspekte von LLM-Agenten diskutiert.
Der Kurs befähigt Studierende, agentische Systeme zu verstehen, zu implementieren und kritisch zu bewerten – sowohl im Kontext autonomer physischer Systeme als auch für softwarebasierte, generative Agenten. Die Studierenden entwickeln ein integriertes Verständnis agentischer Systeme und sind in der Lage, autonome Entscheidungsmechanismen von der formalen Modellierung bis zur praktischen Implementierung moderner KI-Agenten umzusetzen.
Die Studierenden
Testate und Modulschlussprüfung
Kontaktunterricht mit Theorie und Praxisanteil
Vorlesung, Selbststudium, Übungen
[1.] Phil Winder: Reinforcement Learning, Industrial Applications of Intelligent Agents, O’Reilly Media, Inc., Sebastopol, CA
95472 (2020), ISBN 9781098114831, https://rl-book.com/
[2.] Laura Graesser, Keng Wah Loon: Foundations of Deep Reinforcement Learning: Theory and Practice in Python, Addison-
Wesley Data & Analytics (2019)
[3.] HaoDong et al.: Deep Reinforcement Learning: Fundamentals, Research and Applications,
https://link.springer.com/book/10.1007/978-981-15-4095-0
[4.] Sutton, R. S., & Barto, A. G. (2018). Reinforcement Learning: An Introduction (2nd ed.). MIT Press.
ISBN: 978-0262039246. https://web.stanford.edu/class/psych209/Readings/SuttonBartoIPRLBook2ndEd.pdf
[5.] Michael Albada: Building Applications with AI Agents, O’Reilley (2025),
https://github.com/michaelalbada/BuildingApplicationsWithAIAgents
[6.] Victor Dibia: Designing Multi-Agent Systems: Principles, Patterns, and Implementation for AI Agents,
ISBN 979-8993101200, https://github.com/victordibia/designing-multiagent-systems
[7.] Valliappa Lakshmanan, Hannes Hapke: Generative AI Design Patterns, O’Reilly (2025),
https://github.com/lakshmanok/generative-ai-design-patterns
[8.] Shao, Z., Wang, P., Zhu, Q., Xu, R., Song, J., Zhang, M., Li, Y.K., Wu, Y., & Guo, D. (2024). DeepSeekMath: Pushing the
Limits of Mathematical Reasoning in Open Language Models. ArXiv, abs/2402.03300.
Durchführung gemäss Stundenplan
Unterrichtssprache Deutsch (Fachbegriffe und Material teilweise auf Englisch)
Die Studierenden
Projektarbeit
[1.] Robert Crowe, Hannes Hapke: Machine Learning Production Systems, O’Reilly (2024)
[2.] Noah Gift, Alfredo Deza: Practical MLOps, O’Reilly (2021)
[3.] Mark Treveil, Nicolas Omont, Clément Stenac, Kenji Lefevre, Du Phan: Introducing MLOps (2021)
[4.] Molnar, C. (n.d.). Interpretable Machine learning. https://christophm.github.io/interpretable-ml-book/
[5.] Ribeiro et. al. Explainable AI. In ML Security (2022). https://unica-mlsec.github.io/mlsec/slides/07-xAI.pdf
[6.] Tutorials for eXplainable Artificial Intelligence (XAI) methods — XAI Tutorials. (n.d.). https://xai-tutorials.readthedocs.io/
[7.] Meng, K., Bau, D., Andonian, A., & Belinkov, Y. (2022). Locating and Editing Factual Associations in GPT. Neural
Information Processing Systems.
Durchführung gemäss Stundenplan
Unterrichtsprache ist Deutsch (Fachbegriffe und Material teilweise auf Englisch)
Die Studierenden
Der Kurs «Industrial AI Projekt» bildet den integrativen Abschluss der AI- und Data-Science-Ausbildung im Bachelorstudiengang Mechatronik. Ziel des Moduls ist es, das beherrschte Anwenden der in den vorangegangenen Modulen erworbenen Methoden, Konzepte und Werkzeuge in einem realitätsnahen industriellen Kontext unter Beweis zu stellen. Im Zentrum steht die projektbasierte Arbeit an einer komplexen, offenen Problemstellung aus dem Bereich Industrial AI. Die Studierenden bearbeiten das Projekt in Zweier-Teams und durchlaufen dabei den vollständigen Entwicklungszyklus eines KI-Systems – von der Problemdefinition über Modellierung, Training und Evaluation bis hin zu Deployment, Dokumentation und Präsentation. Besonderer Wert wird auf Robustheit, Nachvollziehbarkeit und industrielle Umsetzbarkeit gelegt.
Mögliche Projektstellungen umfassen unter anderem:
Die Studierenden arbeiten mit modernen Entwicklungswerkzeugen und orientieren sich an industriellen Best Practices, insbesondere in Bezug auf Softwarequalität, Reproduzierbarkeit, Dokumentation und Teamarbeit. Die Projektergebnisse werden öffentlichkeitswirksam aufbereitet und praktisch demonstriert.
Der Leistungsnachweis besteht aus einem Projekt mittels einer Projektpräsentation sowie einem vollständig dokumentierten Code-Repository. Ergänzend erstellen die Studierenden wahlweise ein Poster oder einen Blog-Post, um ihre Ergebnisse adressatengerecht zu kommunizieren.
Laborarbeit
Selbststudium, Project-based Learning
Durchführung gemäss Stundenplan